Tagtool – ein neues Spielzeug für Kreative

TagtoolDas Wort „Tagtool“ lässt einen Graffiti-Nerd wie mich sofort an irgendeine neuartige Spraydose oder einen Lackmarker denken. An ein Spielzeug, mit dem man Tags machen kann.

Das österreichische Künstlerkollektiv „Office for Media & Art International“ (kurz OMA International genannt), hat in den letzten Jahren fleißig an einer Maschine gebastelt, die es möglich macht, in Echtzeit auf jede beliebige Oberfläche zu malen und diese Zeichnung dann zu animieren.

Möglich macht das ein selbstgebasteltes Gerät mit einem Screen, der ähnlich wie ein Grafiktablett funktioniert. Mit Hilfe von kleinen Reglern kann man Strichstärke, Farbe und Sättigung einstellen, ein Beamer transportiert die Daten auf jede gewünschte Fläche. Ein eigens geschriebenes Computerprogramm übersetzt die Bewegungen auf dem Tablett so, dass es sich für den User wie normales zeichnen anfühlt.

Graffiti auf einem neuen Level

Die kreativen Köpfe von OMA International sind eigentlich VJs, Programmierer, Video-Game-Designer und Theatermacher. Als sie vor einiger Zeit im Rahmen eines Kindertheaters auf der Suche nach einem Tool waren, das es möglich machte, live auf Wände zu zeichnen, mussten sie feststellen, dass es das so noch nicht gab. Zwar konnte man bisher schon mit diversen Programmen malen, allerdings nicht so intuitiv und einfach, wie es gewünscht war.

Kurzerhand wurden die Kräfte gebündelt und ein eigenes Werkzeug, das „Tagtool“, entwickelt.
Zeitglich tüftelten in New York die Leute vom Graffiti Research Lab an neuen Techniken, um Schrift und Grafik größer und effektiver in der Stadt platzieren zu können. Während die GRL-Leute mit einem starken Laserpointer auf Häuser malen können, ermöglicht das „Tagtool“ weit mehr: Man kann Flächen beliebig bunt ausmalen, Outlines ziehen, das Objekt durch drücken eines roten Knopfes freigeben und danach mit einem handelsüblichen Gamepad animieren und frei bewegen.

Für alle verfügbar – Open Source

Die Erfinder des „Tagtools“ leben den Community-Gedanken: Gemeinsame Zeichensessions mit Künstlern, Amateuren und Kindern in unterschiedlichsten Ländern finden regelmäßig statt. Ihr selbstgeschriebenes Computerprogramm kann man gratis downloaden, die Bauanleitung zum Selberbasteln eines „Tagtools“ findet man auf ihrer Webseite.

Nicht nur Graffiti-Writer, auch Grafiker und Designer könnten dieses neue Medium in Zukunft für sich nutzen. Die mühsamste Arbeit, das Erfinden, wurde immerhin von OMA International übernommen. Jetzt liegt es an den Usern, die Technologie weiterzuentwickeln und neues Terrain zu beschreiten.

Tagtool Website
Bildgalerie vom Tagtool

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