Erfahrungsbericht: Windows Vista

Mein Windowsrechner in der Agentur lief bis jetzt immer mit Windows XP, aber da dieses Betriebssystem doch schon einige Macken hat, musste ich neu installieren. Zur Erweiterung unseres Betriebssystem-Portfolios (Testing) habe ich mich dazu entschieden nicht wieder XP zu nehmen, sondern Windows Vista eine Chance zu geben.

Gesagt getan, schnell zu KM-Elektronik gefahren, Vista Home Premium und noch ein paar Riegel RAM gekauft und drauf los installiert. Die Installationsroutine ist inzwischen auch hübsch und ziemlich idiotensicher gemacht – ganz OS X-like :-) und erstaunlicherweise gab’s überhaupt keinerlei Probleme. Bis auf die Installation von einem ATI-Treiber, wurde sämtliche Hardware ohne weiteres Zutun erkannt. Schön!

Sehr positive aufgefallen ist mir der neue Explorer. Die multifunktionale Adressleiste und die Lesezeichen-Sidebar sind ein Segen. Gut gemacht! Ach das überarbeitete Startmenü bringt Vorteile und konnte somit Pluspunkte sammeln.

Gut finde ich auch das neue Kalendertool. Dieses versteht sich wunderbar mit dem iCal-Standard und Freigaben auf webdav. Na da wurde es auch langsam Zeit! Eine Kommunikation mit Google Kalender und Apples iCal sind somit auch kein Problem.

Jetzt kommen wir aber mal zu den echt nervigen Dingen.

Die neue Aero-Oberfläche ist zwar auf den ersten Blick ganz nett anzusehen, fürs kreative und vor allem effiziente Arbeiten aber kaum zu gebrauchen. Alles bunt wie in einem Süssigkeitenladen und dieser ganze Transparenzenkram stört einfach ganz gewaltig. Vielleicht sollte sich in dieser Hinsicht mal Herr Gates mit Herrn Jobs unterhalten – der weiss wie man so was dezent und hübsch macht :-)

Sicherheit ist prinzipiell auch eine gute Sache, aber ich möchte wirklich nicht laufend vom Betriebssystem gefragt werden ob ich diese Aktion „GANZ SICHER“ tun möchte. Glücklicherweise habe ich ziemlich schnell rausgefunden, wie man diese Rückfragen deaktivieren kann.

Sidebar – oh ja da ist jetzt eine große Uhr drin – hmmm Schwachsinn und nimmt nur Platz weg!

Fortsetzung folgt …

Zwischenbilanz: Windows Vista ist sicher besser als sein Ruf und mit ein paar Änderungen an den Grundeinstellungen wirklich brauchbar.

Update #1

Leider musste ich gerade feststellen, dass das Surfen unter Vista zeitenweise eine wirklich zähe Angelegenheit ist. Der Seitenaufruf, egal mit welchem Browser, dauert erheblich länger als vergleichsweise unter XP oder OS X. Schuld daran ist die standardmäßig aktivierte Unterstützung von IPv6. Sobald ich IPv6 deaktiviert hab, geht alles aber wieder ganz normal schnell.

Anleitung zum Deaktiveren von IPv6 unter Windows Vista

Hier muss man wieder mal ganz klar sagen, dass die Usability für DAUs vollkommen unmöglich ist. Herzlichen Dank Bill.

Update #2

So – die erste Woche mit Windows Vista ist vorbei und inzwischen kann ich absolut verstehen, wieso zum Beispiel DELL seine Rechner wieder mit Windows XP anbietet. Vista mag vielleicht mal irgendwann brauchbar werden, aber im Moment würde ich jedem der mit seinem Rechner arbeiten und nicht spielen will, davon abraten. Hauptproblem – Vista ist verdammt langsam und das trotz 2GB Arbeitsspeicher und einer 3GHz CPU. Ich werde zwar das Vista weiterhin auf meinem Rechner lassen und hoffe, dass mit SP1 die Sache halbwegs rund läuft. Privat würde ich allerdings keinen Cent dafür ausgeben :-)

Wenn man bei einem aktuellen OS zum Anschauen von PDFs erstmal Fremdsoftware (Acrobat) installieren muss, dann sagt das doch schon alles aus :-)

In diesem Sinne ein Hoch auf den Leoparden alias OS X!

Update #3

So die Probleme mit Vista wollen und wollen nicht aufhören! Jetzt hab ich das Problem, dass XAMPP unter Vista nahezu 5 Sekunden braucht um eine Seite auszuliefern. Schuld daran ist angeblich Zone Alarm in Kombination unter Vista. Mag sein, dass M$ hier jetzt nicht unbedingt direkt Schuld hat, aber so kann ich jedenfalls nicht arbeiten! Ich will mein XP wieder haben :-(

Update #4

Schlussfazit: Vista ist zum produktiven Arbeiten definitiv nicht geeignet. Die Performance ist übelst und da hilft auch keine Classic-Oberfläche. Ich hab endgültig die Schnauze voll und kann nur jedem tunlichst empfehlen bei XP zu bleiben oder sich gleich nen Mac mit OS X zu kaufen :-)

2 Comments

  1. Na ja ich wurde vielmehr gezwungen mir Vista zu installieren. Ein Rechner sollte in der Arbeit mit Vista schon allein zu Testzwecken laufen und ich hab mich geopfert. Wenn ich allerdings geahnt hätte, dass es so derart zeitaufwändig ist das System „brauchbar“ einzurichten, dann hätte ich mich nicht so weit „vorgedrängelt“ :-)

    Kann kaum nachvollziehen, warum sich Leute freiwillig Vista antun. Ok wenn man sich nen neuen Rechner kauft, dann mag das ja in Ordnung sein, aber ein XP gegen Vista tauschen – never!!

    Das mit Ordner freigeben wurde mir auch schon von anderer Seite berichtet. Soll ziemlich stressig sein, wenn man auch noch andere System im Netzwerk hat.

    Glücklicherweise hab ich hier nur nen OS X und Linuxserver auf den ich zugreifen muss. Für die Verbindung zum OS X Server musste ich zwar auch was an der Registry ändern, aber ok …

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